Geschichtliches über unseren Ort

Sofern nichts anderes angegeben stammen die Informationen aus dem Buch:
"Serkenrode und das Kirchspiel Schliprüthen im Kurkölnischen Sauerland"
Herausgeber: Kath. Kirchengemeinden St. Johannes Baptist Serkenrode und St. Georg, Schliprüthen

 

 

 

Die Lage

Serkenrode liegt im Frettertal, zwischen Fehrenbracht und dem Ort Fretter.

Serkenrode liegt 360 m über NN in Tallage, wobei die den Ort umgebenden Berge 600 m über NN erreichen.

Die Quelle des Fretterbachs findet sich in Fretterspring bei Fehrenbracht, die Mündung in der Lenne bei Lenhausen.

"Der Fretterbach ist ein 18,3 km langes Gewässer mit einem Einzugsgebiet von 44,75 km2. Er mündet als rechtes Nebengewässer in Höhe der Ortschaft Lenhausen in die Lenne. Sein Mündungsbereich ist gewässermorphologisch als naturnah zu beschreiben."

"Sprachforscher glauben herausgefunden zu haben, dass der Name „Fretter“ zum Teil einer vorgermanischen Namensschicht gehört, was die Vermutung stützt, dass die Besiedlung zumindest auf die karolingisch-ottonische Zeit (9. und 10. Jahrhundert) zurückzuführen ist." (Quelle: Fretter - Ein sauerländisches Dorf und seine Bewohner")

 

 

Die ersten Erwähnungen

Die ältesten Gegenstände, die einen Aufenthalt von Menschen im Gebiet der Fretter - dem Frettertal -  belegen, stammen aus der Jungsteinzeit (4500/400 - 1800 v. Chr.).

Im Jahre 1905 fand man in der Nähe der Fretterquelle eine geschliffene, durchbohrte Axt aus kristallinem Gestein und eine Steinkugel von 10 cm Durchmesser. 1955 wurde bei Feldarbeiten in Serkenrode ein gleichfalls jungsteinzeitliches Rechteckbeil aus Grauwacke gefunden.

Bis ca. 500 n. Chr. scheint das zwischen der mittleren Lenne und der Wenne gelegene Bergland, in dessen Mitte heute Serkenrode liegt, eine menschenleere Waldwildnis gewesen sein. Spätestens ab 800 n. Chr. müssen jedoch die ersten kleineren Ansiedlungen existiert haben.
900 und 1000 n. Chr. hat sich die Bevölkerung im Frettergebiet stärker vermehrt. Ein Beweis dafür ist der archäologisch nachgewiesene Bau einer größeren Kirche in Schönholthausen.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Serkenrode scheint in einem Register um 1150 zu sein. Dort wird ein Ort namens "Sirencrothe" genannt - Sprachlich gibt es keine Bedenken, das dies die Frühform des Namens Serkenrode ist.

"Die erste unbestrittene Erwähnung findet sich im Güterverzeichnis des Grafen Wilhelm von Arnsberg von 1313, in dem es heißt, das "Luscede Serkenrode" mit einer Hufe in Serkenrode belehnt wird."

 

 

Über die Eisenbahn in Serkenrode

Am 10.07.1861 wurde in Olpe beschlossen, dem Bigge- und Frettertal kurzfristig einen Gleisanschluß zu sichern. Am 09.01.1863 erteilte die Königliche Staatsregierung in Berlin die Erlaubnis der speziellen Vorarbeiten. Die Realisierung des Projekts erwies sich jedoch als schwierig und scheiterte schließlich im Jahre 1865 an der Finanzierung. Der Bau der Strecke Finnentrop - Serkenrode - Eslohe - Wenholthausen - Meschede wurde durch Gesetz vom 25.05.1900 beschlossen aber vorerst nicht realisiert. 

In Betrieb genommen wurde die Strecke dann am 16.01.1911 mit folgenden Bahnhöfen:
Müllen (später Schönholthausen) - Deutmecke (in Frettermühle) - Fretter - Serkenrode - Fehrenbracht - Kückelheim - Eslohe - Wenholthausen - Berge - Wennemen.

Nach Elektrifizierung der Bahnstrecke Ruhr-Sieg  gab es kaum mehr Zugverkehr im Frettertal. Ab 30.05.1965 wurde der Verkauf von Fahrkarten eingestellt, da es sich nicht mehr lohnte.
Ab 1976 erfolgte der Abbau der Schienen auf der Strecke Serkenrode - Eslohe.

Am 30.10.1984 wurde der Bahnhof Serkenrode von Richtung Fretter aus letztmalig angefahren.
Heute befindet sich ein schöner und gut genutzter Radweg (Bestandteil des Sauerlandradwegs) auf der alten Eisenbahnstrecke und verschiedene Eisenbahnrelikte zeugen von der ursprünglichen Bestimmung des Weges.

Fotogalerie über die Eisenbahn

An dieser Stelle: Vielen Dank an Klaus Meschede www.bahndokumente.de, Köln sowie das Maschinen- und Heimatmuseum Eslohe - Herrn Keite - für die Fotos.

Am 16.01.2011 feiert die ehemalige Bahnstrecke 100. Geburtstag. Der Museumsverein Eslohe  plant zu diesem Anlass eine Ausstellung und weitere Veranstaltungen rund um das 100jährige Streckenjubiläum. Ebenso wird ein Begleitbuch erscheinen, in der die Historie der Eisenbahnen auf den Jubiläumsstrecken und im Sauerland in vielen Facetten in Schrift und Bild zu erfahren sein wird. Wenn alles klappt, wird auch ein Film aus alten Originalfilmdokumenten zusammen gestellt und gezeigt werden.
Weitere Informationen zum Jubiläum: www.museum-eslohe.de

Bahnstrecke Finnentrop-Wennemen bei Wikipedia

 

 

Über die Post in Serkenrode

Die Postexpedition Serkenrode wurde am 01.10.1865 ins Leben gerufen. Amtmann Friedrich Kayser richtete sie in seinem Haus ein und übergab sie am 01.04.1866 an seinen Sohn.
Zu der Zeit hatte Serkenrode 313 Einwohner, die in der Hauptsache von der Land- und Forstwirtschaft lebten.

Im Jahr 1871 wurde aus der Postexpedition eine Postagentur, welche sich dann ab 01.06.1895 im Haus der Familie Schneider (Färbers) Poststraße 11 befand.

Über die Post in Deutschland

Kaiserliche Reichspost 1597-1648
Kaiserliche Reichspost 1649-1806
Reichspost 1871 - 1919
Deutsche Postgeschichte 1919-1945

 

 

 

Über das Amt in Serkenrode

Über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren (1810 - 1969)  hatte in Serkenrode die Amtsverwaltung ihren Sitz. In den Jahren 1810 - 1843 handelte es sich noch um einen Schultheißenbezirk.

Bis 1912 war im Haus der Amtsmänner Kayser (Franz Kayser war erster "Schultheiß der Bauernschaft Serkenrode, Amts Eslohe, im Herzogtum Westphalen"), die Verwaltung des Amts Serkenrode untergebracht. Erst mit dem Neubau des noch heute so genannten "Amtshaus" im Jahr 1909 zog die Verwaltung um. 

"Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes über die kommunale Neugliederung im Kreis Olpe hörte das Amt Serkenrode nach 126jährigem Bestehen mit Wirkung vom 01.07.1969 auf zu existieren. Gleichzeitig wurde die neue Gemeinde Finnentrop gebildet.

Sie war Rechtsnachfolgerin des Amtes Serkenrode."

 

 

Aktuelle Zahlen über Serkenrode

Statistik Einwohnerzahl:

31.12.12    736 (371 m / 365 w)

31.12.11    734 (365 m / 369 w)

31.03.11    742 (365 m / 377 w)

31.12.10    747 (365 m / 382 w)

31.12.09    753 (374 m / 379 w)

10.03.09    752 (382 m / 370 w)

31.12.07    769 (389 m / 380 w)

31.12.06    786 (394 m / 392 w)

31.12.05    772

31.12.04    765

31.12.03    751

Quelle: Gemeinde Finnentrop